Beim Betreten des Bebraer Lokschuppens am heutigen Muttertag lag spürbare Vorfreude in der Luft. Im historischen Gebäude summte es erwartungsvoll wie kurz vor der Abfahrt einer Dampflok. Und tatsächlich nahm das Muttertagskonzert am Sonntagabend musikalisch mächtig Fahrt auf mit einem Programm, das die Eventlocation bis auf den letzten Platz füllte.
Nach der Pause im vergangenen Jahr meldete sich das Muttertagskonzert eindrucksvoll zurück. Gastgeber waren das Eisenbahn Blasorchester Bebra unter der Leitung von Igor Karrasik sowie der Eisenbahnchor Germania Bebra unter der Leitung von Josef Koster. Gemeinsam mit den Shanty-Singers, ebenfalls unter Kosters Leitung, dem Projektchor ’26 der Männer unter der Leitung von David Gollmer sowie dem Gastchor, dem Erfurter Männerchor unter der Leitung von Christian Wolf, wurde ein Abend zelebriert, der deutlich machte, welchen Stellenwert das Muttertagskonzert längst in Bebra und der Region einnimmt. Mehr als 500 Besucher strömten in den ausverkauften Lokschuppen und sie bekamen weit mehr als ein gewöhnliches Konzert geboten. Das Programm spannte einen abwechslungsreichen Bogen von beschwingten Blasmusikstücken bis hin zu gefühlvollen Chorsätzen. Moderator Günther Kinscher führte mit angenehmer Leichtigkeit durch den Abend.
Dass an diesem Abend alle Komponenten zusammenpassten, war vom ersten Stück an spürbar. Chor- und Orchestermusik griffen nahtlos ineinander, mal kraftvoll und imposant, mal gefühlvoll und sanft. Der Eisenbahnchor Germania und das Orchester sorgten unter anderem mit „Das Edelweiß vom Wendelstein“ für musikalische Wärme. Bewegend wurde es, als der Erfurter Männerchor gemeinsam mit der Germania den Titel „Über sieben Brücken“ anstimmte. Im Publikum wurde aufmerksam zugehört, vielerorts sangen die Gäste leise mit. Überhaupt sprang der Funke an diesem Abend immer wieder mühelos von der Bühne auf die Reihen über. Maritimes Flair brachten die Shanty Singers unter anderem mit ihrem Seemannslieder-Medley in den Lokschuppen. Hafenromantik und kräftige Männerstimmen sorgten dabei für Applaus. Ein stimmungsvolles Ende des Konzertabends setzte der Projektchor ’26 unter anderem mit „Im Abendrot“.
Immer wieder brandete Beifall auf. Das Publikum honorierte die Leidenschaft aller Mitwirkenden. Der Lokschuppen selbst tat mit seiner einzigartigen Atmosphäre sein Übriges dazu. Zum Finale wurde es mit der Polka „Auf der Vogelwiese“ dann noch einmal ausgelassen und endete als ein Muttertag, der Hunderten Besuchern sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben dürfte.







