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Michael Lehn, Eventplaner der
Stadtentwicklung Bebra, im Porträt
Wenn Michael Lehn über Ver- sammenarbeitet. Er weiß auch tungen. Die Bäwersche Kirmes anstaltungen mussten abge-
anstaltungen spricht, dann nach über zehn Jahren genau, im Oktober oder der Advents- sagt und Konzepte neu ge-
schwingt mehr mit als die dass erfolgreiche Events nie markt am ersten Adventswo- dacht werden. Ein stummes
bloße Organisation. Vielmehr Einzelleistungen sind. „Ohne chenende etwa verlangen lan- Hinnehmen kam nicht in-
ist es der Blick dafür, was das Kernteam der SEB, den ge Vorlaufzeiten und ein hohes frage. Stattdessen entstand
eine Stadt lebendig macht. Bauhof und das Ordnungsamt Maß an Verantwortung. Wenn im Lokschuppen 2021 eine
Seit August 2014 ist der ge- wäre das alles nicht möglich.“ die Besucher das Angebot an- abgespeckte Version der
bürtige Bebraer als Eventpla- Die Entwicklung der vergange- nehmen und die Stimmung Kirmes, „die etwas ande-
ner bei der Stadtentwicklung nen Jahre lässt sich nicht nur passt, dann darf er sich auch re Kirmes“, wie sie genannt
Bebra GmbH tätig. Sein Ein- an Zahlen messen. Zwar hat einmal leise auf die Schulter wurde. Zwar mit Bühnenpro-
stieg? Punktgenau vier Wo- sich die Anzahl der Veranstal- klopfen. „Dann weiß man, dass gramm, aber mit strengen
chen vor der Eröffnung des tungen mehr als verdoppelt, man vieles richtig gemacht Sicherheitsvorkehrungen
Einkaufscenters „das be!“. doch vor allem die Herange- hat.“ wie einem Hygienekonzept
Ein Auftakt, der kaum hät- hensweise hat sich verändert. Während sich das Angebot an oder der Abstandsregelung.
te dynamischer sein können „Man muss mit der Zeit gehen, Events vermehrt hat, hat sich „Es hat funktioniert, aber es
und der den Ton für die kom- also Trends frühzeitig erkennen auch das Publikum verändert. war natürlich nicht dasselbe“,
menden Jahre setzte: mitten- und auch mal etwas Neues Die Werbung hat sich gewan- erinnert sich der 59-Jährige.
drin statt nur dabei! ausprobieren“, erklärt er. Ein delt, der Einzugsbereich ist Umso größer war die Er-
„Es ging direkt mit Action Beispiel dafür ist das Angril- gewachsen. Immer häufiger leichterung, als wieder Nor-
los“, erinnert sich der heute len, das sich vom klassischen kommen Besucher auch von malität einkehrte. Das erste
59-Jährige. Damals noch in Auftakt in die Grillsaison zu außerhalb nach Bebra. „Ich große Event ohne derartige
einem kleinen Team, gemein- einem Streetfood-Grillevent sehe ganz oft neue Gesichter Einschränkungen, das „Früh-
sam mit Stefan Knoche, dem entwickelt und heute als das und irgendwann sind es gar lingserwachen“ im Mai 2022,
heutigen Bürgermeister der größte seiner Art in der Region keine neuen mehr, weil sie bleibt ihm daher besonders
Stadt Bebra, und einer Aus- etabliert hat. regelmäßig wiederkommen“, im Gedächtnis. Tausende
zubildenden. Aus einer Hand- beschreibt Michael Lehn die Menschen kamen in die In-
voll Veranstaltungen im Besonders am Her- positive Entwicklung mit einem nenstadt. „Rückblickend be-
Jahr ist inzwischen ein zen liegen ihm Lächeln. Für ihn ist das ein trachtet habe ich richtig ge-
dicht gefüllter Veran- die mehrtä- klares Zeichen das zeigt, dass spürt, wie sehr den Leuten
staltungskalender ge- gigen Ver- die Veranstaltungen über die die Normalität gefehlt hat“,
worden, getragen von anstal- Stadtgrenzen hinaus strahlen. erzählt er.
einem siebenköpfigen Mit dem Wachstum kamen in Und das größte Highlight sei-
Kernteam, mit dem den vergangenen Jahren aller- ner bisherigen Laufbahn bei
der Eventplaner dings auch neue Anforderun- der SEB? „Eigentlich ist es
eng zu- gen. Sicherheitskonzepte spie- jedes Mal ein Highlight. Jede
len heute eine deutlich größere Veranstaltung hat seinen ei-
Rolle als noch zu Beginn seiner genen Charakter. Wenn eine
Anfangszeit. Jede Veranstal- kleine Stadt wie Bebra zeigt,
tung wird eng mit Polizei und was in ihr steckt, wenn Men-
schen zusammenkommen,
Ordnungsamt friedlich feiern und die Reso-
abgestimmt, nanz stimmt, dann bin ich zu-
um den Be- frieden.“ Vor allem aber sei es
die Zusammenarbeit mit dem
suchern ein städtischen Team, den Stand-
sicheres Er- betreibern, Einzelhändlern
lebnis zu er- und Gastronomen: „Dieses
möglichen. Hand-in-Hand-Arbeiten, das
„Das ist heu- ist das Entscheidende. Ohne
te ein ganz das wäre alles nichts.“
anderer Auf- Michael Lehn drängt sich bei
wand, aber Veranstaltungen nicht in den
ein notwen- Vordergrund. Doch wer ge-
diger“, betont nauer hinschaut, erkennt:
er. Viele der Feiertage, die Bebra
Auf die Frage, in den vergangenen Jahren
was eine der erlebt hat, tragen seine Hand-
größten Heraus- schrift. Und vermutlich ist ge-
forderungen der vergange- nau das sein größter Erfolg.
nen Jahre war, ist die Antwort
zweifellos die Corona-Zeit. Ver-
das beste! | 9

