Die Bäwersche Kirmes bekommt in diesem Jahr ein ungewohntes Gesicht: Vom 01. bis 05. Oktober 2026 wird das Heimat- und Erntedankfest erstmals nicht auf dem Mehrzweckplatz an der Laupfütze stattfinden, sondern auf dem Festplatz am Sportplatz in Weiterode. Hintergrund ist eine geplante bauliche Veränderung, die den bisherigen Standort neu prägen wird. So wird auf dem ursprünglichen „Kirmes-Areal“ ein modernes Feuerwehrgerätehaus mit rund 1.850 Quadratmetern Nutzfläche errichtet.
Die Stadtentwicklung Bebra als Veranstalter der Kirmes hatte sich daher frühzeitig mit Alternativen beschäftigt und dabei bewusst nach einem Standort gesucht, der sowohl organisatorisch tragfähig ist als auch einen klaren Bezug zur Stadt und ihrer Kirmestradition wahrt. In einem internen Auswahlverfahren konnten sich die Stadtteile bewerben, die Kirmes einmalig auszurichten. In die engere Auswahl kamen schließlich Solz und Weiterode. Den Ausschlag für Weiterode gab letztlich eine Kombination mehrerer Faktoren. Neben der unmittelbaren zeitlichen Nähe zur Weiteröder Kirmes, die ab dem 15. Oktober beginnt und damit eine effiziente Weiternutzung der Infrastruktur, insbesondere des Festzelts, ermöglicht, überzeugte der Standort auch aufgrund der kurzen Wegezeit von Bebra nach Weiterode.
In Solz nimmt man die Entscheidung sportlich. Man sehe den Ausgang nicht als Niederlage, sondern als Anlass, die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtteile weiter zu stärken, heißt es von Laura Merz vom Solzer Kirmeskomitee. Unterstützung sei zugesagt, unabhängig vom Austragungsort. Am vergangenen Donnerstag machte sich Laura Merz vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten in Weiterode. Beim Termin auf dem Sportplatz wurden letzte Fragen zur Veranstaltungsorganisation geklärt. Auch Volker Schulz, Kirmesvater der Weiteröder Kirmes, war vor Ort und zeigte sich zuversichtlich. Die frühzeitige Abstimmung und die Bereitschaft aus der Kernstadt zur engen Kooperation hätten ihn überzeugt, dass beide Kirmes-Veranstaltungen voneinander profitieren können.
„Die SEB gibt Weiterode die Chance, sich als ‚bester Kirmes-Veranstalter‘ zu beweisen, da seit Jahren behauptet wird, man könne dies in Weiterode besser als in der Kernstadt“, sagt Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Stadtentwicklung Bebra. Er fügt hinzu, dass die Verlagerung der Bäwerschen Kirmes zugleich neue Perspektiven für die Zusammenarbeit der Ortsteile eröffnen könne. Auch der Bürgermeister der Stadt Bebra, Stefan Knoche, zeigt sich begeistert: „Wir begrüßen das Ergebnis und sehen darin eine Chance für den interkommunalen Kirmes-Zusammenhalt.“
Für die Bürger der Stadt sowie die Gäste aus der Region bedeutet das im Herbst 2026 vor allem eines: ein verlängertes Kirmeserlebnis. Zunächst wird ab dem 01. Oktober in Weiterode die Bäwersche Kirmes gefeiert und nach einer kurzen Verschnaufpause geht es ab dem 15. Oktober mit der Weiteröder Kirmes weiter. Diese neue zeitliche Aufteilung schafft eine Konstellation, die es in Bebra bisher so nicht gegeben hat und bietet das Potenzial, sich langfristig als feste Tradition zu etablieren.







