Auf der Baustelle im Göttinger Bogen in Bebra wurde am Mittwoch, 28. Januar, der Förderbescheid für das neue Familien- und Quartierszentrum offiziell durch Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori übergeben. Der Förderbetrag in Höhe von 3,8 Millionen Euro ist der bislang höchste, der im Land Hessen 2026 für ein einzelnes Projekt bewilligt wurde. Er dient überwiegend dem Bau des neuen Familien- und Quartierszentrums, das als Leuchtturmprojekt im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gilt. Das Familien- und Quartierszentrum ist derzeit das größte Bauprojekt in Bebra.
Bürgermeister Stefan Knoche begrüßte zunächst die Gäste und gab einen ersten Einblick: „Unser Ziel ist es, bis Mitte 2027 hier neben dem Familienzentrum auch eine achtgruppige Kita zu eröffnen“, sagt Stefan Knoche mit Blick auf den weiteren Bauverlauf. Der Bürgermeister betonte, dass das Gebäude den höchsten ökologischen Standards entspreche. Dazu gehöre eine Grünbedachung, eine moderne Wärmepumpe und Photovoltaikanlagen. Auch Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch richtete das Wort an die Gäste. Sie machte deutlich, dass insbesondere im nordwestlichen Bereich der Kernstadt Handlungsbedarf bestehe. Der Göttinger Bogen benötige öffentliche Impulse, die geeignet seien, weitere Entwicklungen anzustoßen. Sie lobte das Familienzentrum als generationsübergreifendes Leuchtturmprojekt: „Es ist ein Projekt für alle Generationen. Wir haben klaren Bedarf im Kitabereich, gleichzeitig brauchen Familien Beratungsangebote. Auch für Senioren wollen wir entsprechende Angebote schaffen.“ Stefanie Koch dankte Kaweh Mansoori und dem Ministerium im Namen der gesamten Stadtverordnetenversammlung ausdrücklich für die Unterstützung des Projekts.
Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori eröffnete seinen Beitrag mit einer humorvollen Bemerkung zu seinem Erscheinungsbild. „Wenn ich Baustellentermine habe, ziehe ich auch Baustellenschuhe an.“ Mit Blick auf den Förderbescheid betonte er, wie wichtig ihm eine persönliche Übergabe gewesen ist. „Häufig übersieht man, dass hinter einem Städtebauförderprogramm jahrelanges Engagement und Vorbereitung steckt, viel Leidenschaft aus der Verwaltung und ebenso viel Engagement aus der Bürgerschaft. Für mich ist es eine gute Gelegenheit, auch im Namen der gesamten Landesregierung allen Beteiligten meinen Dank auszusprechen.“
Bauablauf und Vergaben im Überblick
Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf rund 15,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist nach jetzigem Bauzeitplan für Juli 2027 geplant. Aktuell laufen die Rohbauarbeiten, der Rahmen für die geplante Kita wird bereits sichtbar. Die Erd-, Mauer- und Betonarbeiten für die Gebäudegründung einschließlich Teilunterkellerung und Entwässerung begannen am 27. Januar 2025. Ausgeführt wurden sie von der Deist Bau GmbH aus Ringgau-Röhrda und am 26. August 2025 abgeschlossen. Im Anschluss stellte die Firma Bommhardt aus Waldkappel-Bischhausen zwischen August und Oktober 2025 die Kanalanschlüsse, die Drainage, den Sickerschacht sowie die Rigole her.
Bereits am 24. März 2025 wurde die Holzbau Becker & Sohn GmbH aus Medebach mit der Planung und Ausführung der Holzbauarbeiten beauftragt. Das Unternehmen übernimmt die komplette Tragkonstruktion des Gebäudes, den Fassadenbau sowie die Dachdeckerarbeiten. Auch der Einbau der Fenster und Außentüren erfolgt durch die Firma Becker. Die Montage der Holzkonstruktion begann am 24. November 2025 und erfolgt in zwei Bauabschnitten. Die Gerüstbauarbeiten wurden in der 46. Kalenderwoche 2025 von der Kohlstädt Gerüstbau GmbH aus Rosdorf ausgeführt.
Der Innenausbau startete in der zweiten Kalenderwoche 2026 mit den Elektroarbeiten durch die Firma R + S solutions aus Fulda. Weitere Ausbaugewerke sind bereits vergeben, darunter Heizungs- und Sanitärarbeiten (Meisterbetrieb Andres Ilgen, Barchfeld-Immelborn), Lüftung (KLH GmbH, Arnstadt), Kältetechnik (Schönewolf Haustechnik GmbH, Bad Hersfeld), die Photovoltaikanlage (Provaru GmbH, Bebra), Blitzschutz (PB Plan Elektrotechnik GmbH), Schlosserarbeiten für die Außentreppe (Metallbau Most GmbH, Völkershausen), Trockenbau (AGS, Eiterfeld-Arzell) sowie der Innenputz durch die Firma Richardt aus Bebra.
Die Angebote des Familien- und Quartierszentrums bündeln langfristig den sozialen Zusammenhalt in Bebra.







