Bild vom Filmset: Mit diesem selbstgenähten riesigen Ballon gelang den zwei Familien im Sommer 1979 die Flucht aus der DDR in den Westen. Mit an Bord war Petra Wetzel, die am 5. November ins Biber-Kinocenter kommt.

Mit dem Ballon aus der DDR geflüchtet, jetzt Kino-Heldin: Petra Wetzel kommt am 5. November ins Biber-Kinocenter

Petra Wetzel ist auf spektakuläre Weise mit einem Heißluftballon aus der DDR geflohen. Ihre Geschichte wurde mehrfach verfilmt. Derzeit läuft der Film „Ballon“ von Regisseur Bully Herbig im Kino. Rick Fröhnert vom Kreisanzeiger hat mit Petra Wetzel gesprochen:

Es war die wohl spektakulärste Flucht, die es je an der Ost-West-Grenze gegeben hatte. Im Sommer 1979 fassten die Familien Strelzyk und Wetzel den waghalsigen Plan, mit einem selbstgebauten Heißluftballon aus der DDR in den Westen zu fliehen. Petra Wetzel war eine der acht Personen, die damals in dem Ballon saßen.

„Es ist ein unglaublicher Film geworden”, verrät Petra Wetzel. Im Gegensatz zu einer Hollywood-Verfilmung aus den 80er Jahren zeige der neue Film „Ballon”, was wirklich passierte – mit allen dramatischen Momenten, die sie niemals vergessen wird.

Alles begann, als die Familien auf der Titelseite einer Zeitschrift einen Heißluftballon sahen. „Wir beschlossen, so in den Westen flüchten zu wollen”, erinnert sich Wetzel. Sie selbst wollte die DDR wegen ihrer Pflegemutter verlassen. „Sie lebte im Westen. Da sie aber nicht meine leibliche Mutter war, durfte ich sie nie besuchen. Auch nicht, als sie krank wurde.”

Nach monatelanger Vorbereitung, vielen Rückschlägen und der ständigen Angst, von der Stasi entdeckt zu werden, entscheidet Papa Günter Wetzel am 16. September 1979: „Heute oder nie!”

Noch in derselben Nacht starten die Familien ihre gefährliche Flucht, die alles andere als reibungslos verläuft: Der selbstgenähte Ballon fängt beim Start Feuer, reißt später sogar und das Gas geht aus. „Ich lief wie auf Autopilot, klammerte mich an meine Kinder – den fünfjährigen Peter und den zweijährigen Andreas”, berichtet Petra Wetzel. „Am Ende sind wir mit dem Ballon heruntergestürzt, mitten im Wald gelandet”, erinnert sie sich weiter. „Wir wussten nicht wo wir sind.”

Als sie merkten, dass sie in Oberfranken – im Westen – waren, sei das Gefühl überwältigend gewesen. „Es war unglaublich. Ich rannte mit meinen Kindern los, wir jubelten, weinten und rissen die Arme nach oben.”

Später traf sie ihre Mutter, die ihr Glück kaum fassen konnte. Sie hatte nichts von den Fluchtplänen ihrer Familie gewusst. „Das erste was meine Mutti sagte, war: ‘Ich bin böse auf euch, dass ihr meine gute Nähmaschine nicht mitgenommen habt’”, lacht Wetzel heute.

Nach dem Bekanntwerden der erfolgreichen Flucht stürzten sich die Reporter auf die Familien, Disney kaufte die Rechte und drehte den Film „Mit dem Wind nach Westen”. Petra Wetzel findet den Film schrecklich. Dort stimme einfach nichts.

Als vor sechs Jahren jedoch die Sekretärin von Michael „Bully” Herbig anrief, war Petra Wetzel sofort klar: „Wenn jemand diese Geschichte verfilmen kann, dann er.” Später sprach sie lang mit den Drehbuchautoren, besuchte „Bully” am Set und bekam sogar eine kleine Rolle im fertigen Film.

Petra Wetzel mit Regisseur Bully Herbig: Die mutige Frau, die 1979 spektakulär mit dem Heißluftballon geflüchtet war, ist von dem Film begeistert. Am 5. November kommt sie ins Biber-Kinocenter und beantwortet nach der Filmvorführung Fragen des Publikums.

Bevor der Film aber im Kino anlief, lud der Kult-Regisseur die Familie nach München ein. „Er zeigte uns dann den gesamten Film, wollte bei jeder Szene wissen ob wir damit einverstanden wären. Notfalls hätte er auch Szenen nachgedreht.”

Doch Petra Wetzel war begeistert; bei der Kinopremiere hatte sie den gesamten Film über Gänsehaut. „Ich habe im Kino richtig mit der Film-Familie Wetzel mitgefiebert”, lacht sie heute. Der Film ist derzeit im Kino zu sehen, in seiner ersten Woche lockte er bereits 110.000 Zuschauer in die Lichtspielhäuser.

Besondere Aufführung mit Petra Wetzel im Biber-Kinocenter

Mit „Ballon“ verfilmte Regisseur Michael „Bully“ Herbig die unglaubliche Flucht der Familien Wetzel und Strelzyk aus der DDR in den Westen. Im Bebraer Biber Kinocenter läuft der Film aktuell im Programm.

Zu einer besonderen Vorführung kommt es am Montag, 5. November, um 19 Uhr. Dann nämlich ist Petra Wetzel selbst im Kino und beantwortet nach dem Film gerne Fragen der Zuschauer.

Karten dafür gibt es aktuell im Vorverkauf. Mehr Infos auch unter www.biber-kino.de

Am 6. November gibt es eine Aufführung für Schulklassen.

Hier der Link zur Kreisanzeiger-Berichterstattung: https://ep.etmedien.de/bkbackoffice/getcatalog.do?catalogId=170609#page_1

(Text mit freundlicher Genehmigung vom Kreisanzeiger)

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelle News

Tabalugaland im be!: Wer isst was und wo kommt das eigentlich her?

Wieder einmal ein tolles Projekt, das die Steppkes aus der Kindertagesstätte Tabalugaland gemeinsam mit ihren …