„Hallo Papa“: Bebraerin (100) trifft auf eine lebensgroße Fotofigur ihres Vaters in der Dauerausstellung Bahnhof Bebra

Die 100-jährige Erika Arend neben der lebensgroßen Figur ihres Vaters, der als Lokomotivführer arbeitete. Foto: Fröhnert
Die 100-jährige Erika Arend neben der lebensgroßen Figur ihres Vaters, der als Lokomotivführer arbeitete. Foto: Fröhnert

Bebra. „Hallo Papa“, sagt Erika Arend mit ruhiger Stimme und tätschelt vorsichtig die Hand der großen Fotofigur in der neuen Dauerausstellung ‚Bahnhof Bebra‘. Tatsächlich steht die 100-jährige im Museum vor einer lebensgroßen Figur ihres Vaters Adam Kehm, einem ehemaligen Lokomotivführer, dessen Abbild Teil der Ausstellung im jüngst teileröffneten Inselgebäude ist.

Für die gebürtige Bebraerin Erika Arend, geborene Kehm, ist der Ausflug mehr als nur ein Museumsbesuch. „Ich habe mich tagelang sehr auf diesen Moment gefreut“, sagt sie und fügt ergriffen hinzu: „Jetzt ist es endlich soweit und ich bin wirklich hier!“ Gespannt mustert sie die Figur ihres Vaters, der starb als Erika sieben Jahre alt war. „So schlank war er eigentlich nicht“, erinnert sie sich und lacht: „Zumindest habe ich ihn etwas kräftiger in Erinnerung. Aber es ist auch schon so lange her.“

Erika Arend ist die Tante von Bebras Stadtarchivar Peter Kehm. Er ist, wie auch die ganze Familie, mit Arend in die Dauerausstellung am Bahnhof gekommen. „Und, wie fühlst du dich?“, fragt Peter Kehm seine Tante. Sie steht immer noch vor der Figur ihres Vaters, ihre Augen strahlen. „Es ist wirklich toll. Ein einmaliges Gefühl.“ Direkt daneben hängt in einer Vitrine die Taschenuhr von Adam Kehm. In jeder Generation wurde dieses Stück an den Erstgeborenen weitergegeben. „Die Uhr erinnert die Erben daran, dass sie aus einer alten Bebraer Eisenbahnerfamilie stammen“, erklärt Peter Kehm stolz.

Während Erika Arend einen letzten Blick auf die Uhr und die Figur ihres Vaters wirft lächelt sie zufrieden und sagt leise: „Mach‘s gut, Papa!“ Die Enkelkinder sind in der Zwischenzeit von der riesigen Modellbahnanlage fasziniert und den eindrucksvollen Kurzfilmen und Geschichten von Aus- und Einwandernden, Flüchtlingen, die in Bebra umstiegen. Von Gaunern und Ganoven, die ihr Unwesen trieben oder auch prominenten Persönlichkeiten, wie Wladimir Iljitsch Lenin bis Willy Brandt, die Station am Bahnhof Bebra machten.

Und auch Erika Arend dreht noch eine Runde durch die „Bahnhof Bebra“-Dauerausstellung. Dann bringt Neffe Peter sie zurück ins GAMA-Altenhilfezentrum, gegenüber vom Bahnhof. Hier lebt die 100-Jährige seit 2018. Und nun nur einen Katzensprung von der Ausstellung und der Geschichte ihres Vaters entfernt.

„Jetzt muss ich mich erstmal ausruhen, es war alles sehr aufregend“, freut sie sich. Einen Tag vor Weihnachten feiert sie ihren 101. Geburtstag. Und im kommenden Jahr, dass hat sie sich fest vorgenommen, möchte sie wiederkommen – um die Ausstellung und auch ihren Papa nochmal zu besuchen.

Mehr zur Dauerausstellung Bahnhof Bebra. Knotenpunkt im Kaiserreich – Grenzstation im Kalten Krieg finden Sie HIER.

Die ganze Familie war begeistert von der Dauerausstellung Bahnhof Bebra.
Die ganze Familie war begeistert von der Dauerausstellung Bahnhof Bebra.

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