V.l.n.r.: Stefan Knoche (Stadtentwicklung Bebra, Ranger Mandred Engel, Bürgermeister Uwe Hassl und Ranger Jürgen Rieger. Rieger (54) ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Mit seiner Familie lebt er in Bebra. Er diente als Berufssoldat in Führungspositionen und war u.a. als Fallschirmjäger und Survivalausbilder tätig. In seiner Freizeit ist er Gewässerwart des Sportanglervereins Bebra e.V. Rieger sagt: „Die Gespräche als Ranger mit den Bürgern sind sehr erfrischend. Viele wissen nicht, dass sie in einem besonders schutzwürdigen Gebiet unterwegs sind. Meine Hinweise auf Pflanzen und Tierarten schärfen so den Blick der Menschen für die Natur. Ich denke, nur was man kennt, kann man auch schützen!“ Ranger Wolfgang Engel (58) ist ebenfalls verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Auch er lebt mit seiner Familie in Bebra und kennt sich hier gut aus. Ranger Engel diente als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Zuletzt arbeitete er im Außendienst und sagt zu seinem neuen Job: „Bei vielen Seebesuchern ist die Resonanz auf die Neugestaltung sehr positiv. Die geführten Gespräche mit den Menschen sind sehr wichtig. Alle freuen sich darauf, den Sommer mit der Familie oder Freunden am See zu genießen. Wir Ranger möchten dazu unseren Beitrag leisten!“

Endlich sind sie da! Die Ranger der Stadt Bebra haben ihre Arbeit am Baggersee aufgenommen.

Mit Beginn des Frühjahrs haben zwei Ranger der Stadt Bebra  im „Landschaftsschutzgebiet der Baggerseen Bebra“ ihren Dienst aufgenommen. Wie Bürgermeister Uwe Hassl jetzt mitteilt, habe er für diese beiden Stellen in der Politik erfolgreich seit einem Jahr geworben. Hassl: Wir haben den Auftrag erhalten, den Auenverbund naherholungstechnisch zu erschließen, um dort eine Freizeitmöglichkeit herzurichten. Immerhin wird der Baggersee als europäischer Badesee geführt und dessen Wasserqualität ständig überwacht. Schon in den ersten Jahren meiner Amtszeit ging es dort drunter und drüber.

Der Bürgermeister stellt klar, dass sich dort Spaziergänger, Sportler, Wohnmobilisten, Vereine und Freizeitsuchende sowie die Landwirtschaft und die gewerbliche Auskiesung der Baggerseen letztendlich mit der Natur ein ständiges konkurrierendes Aufeinandertreffen geben, so dass eine positive Fortentwicklung dieses Konzeptes mit Naherholung, Landschaftsschutz, Vogel- und Naturschutz einer dringenden Koordinierung durch Ranger erforderlich machte. Die Ordnungskräfte des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung sind zu weit vom Schuss weg und deshalb fast nie vor Ort, wenn sie gebraucht werden.

Die einzige wahre Chance zur Koordination der Belange bestand in der Anstellung von Rangern, so Hassl. Hassl: Ich habe die Ranger aus der Taufe gehoben und die Namensgebung gewählt, da sich jeder etwas unter einem Ranger vorstellen kann. Die Ranger sind meines Wissens einmalig im Landkreis und haben zum einen eine polizeiliche aber überwiegend naturschutzrechtliche Funktion und unterstehen deshalb unmittelbar dem Bürgermeister.

Hassl: Die Ranger sollen mit den Bürgern vor Ort in erster Linie im Dialog stehen und Aufklärungsarbeit leisten. Sie sollen erste Ansprechpartner für Meldungen, bei Notfällen und der Entgegennahme von Verbesserungsvorschlägen sein. Eine dauerhafte Rangerstation am See ist außerdem in Planung. Die Ranger sind angewiesen, die Naherholungssuchenden auf die rechtliche Besonderheit des bestehenden Landschaftsschutz- und Vogelschutzgebietes hinzuweisen und ihnen Naturzusammenhänge bürgernah zu erklären. Kraftfahrverkehre sind aus diesem Bereich herauszuhalten und werden ordnungsrechtlich verfolgt, ebenso wie ungebührliches Benehmen und Hinterlassen von Müll und Verschmutzungen.

Hassl: Es kann nicht angehen, wenn Jugendliche und Erwachsene offensichtlich vergessen haben, dass man seinen Müll nicht einfach liegen lässt oder gar im See entsorgt. Unsere Ranger werden dieses Verhalten künftig nicht mehr dulden. Eine Vielzahl von Abfallbehältnissen werden zusätzlich installiert werden. Ebenso Hundekotbehälter. Jeder Hundebesitzer wird künftig gebeten, Kotbeutel für seine Vierbeiner mitzuführen und auch die Besonderheiten der Brut- und Setzzeiten im Landschaftsschutzgebiet zu beachten. Hier kann es dann schon mal vorkommen, dass ein Hundebesitzer gebeten wird, seinen Hund im Schutzbereich an die Leine zu nehmen. Damit wollen wir nicht schikanieren, so Hassl, aber empfindlich dafür machen, dass der Mensch dort der Gast ist und sich entsprechend der ihm von der Natur gewährten Gastfreundschaft auch angemessen verhält.

Zur besseren Umrahmung des Ganzen werden in dieser Saison noch Hinweistafeln und Verhaltensregeln aufgestellt werden. Insbesondere wird auf den 3-Zonen-Bereich im Landschaftsschutzgebiet hingewiesen werden.

Die Zone 1 wird der sogn. Strandbereich mit Restaurationsbetrieb und Platz für die Wohnmobilisten sein, wo sich jeder aufhalten darf. In der Zone 2 darf nicht gelagert werden und man hat auf den Wegen zu bleiben, die nicht verlassen werden dürfen. Die Zone 3, so der Bürgermeister, ist die Tabu-Zone. Diese darf von Menschen nicht betreten werden. Hier erhält die Natur ihren Rückzugs- und Entfaltungsraum. Hassl ist sich sicher, dass wir Menschen nur in Symbiose und im Einklang mit der Natur agieren dürfen.

Jeder hat seinen Platz im Gesamtgefüge und daher sind die Ranger das dringend erforderliche Bindeglied, um alles im Gleichgewicht und im Einklang zu halten.

Hassl bittet die Bevölkerung daher,  den Anweisungen und Ratschlägen der Ranger mit Respekt Folge zu leisten. Nur so wird es uns gelingen, den Auenverbund Baggerseen Bebra für die Bevölkerung zu erhalten ohne der Natur den notwendigen Lebensraum zu rauben.

 

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