Yuliya Krannich in ihrer Geburtsstadt Bobruysk: Auch dort ist der Biber das Symboltier. So wird die Journalistin, die mit ihrem Mann Jens in Kirchheim wohnt, bei jedem Besuch in Bebra an ihre alte Heimat erinnert.

Bebra ist nicht die einzige Biberstadt: Yuliya Krannich fühlt sich hier fast wie zu Hause

Als Yuliya Krannich zum ersten Mal nach Bebra kam, traf sie beinahe der Schlag. Denn die Eisenbahnerstadt an der Fulda hat genau dasselbe Wahrzeichen wie ihre Geburtsstadt.

„Das ist ja fast wie Heimat in klein“, schwärmt Yuliya Krannich. Nirgendwo sonst fühlt sich die gebürtige Weißrussin so sehr an ihre Heimatstadt erinnert. Die heißt Bobruysk und ist so etwas wie eine große Variante von Bebra. Das Wahrzeichen von Bobruysk: Der Biber. Er steckt, wie bei Bebra, schon im Namen – „Bobr“ ist das weißrussische Wort für Biber. So wie Bebra an der Fulda liegt, hat sich Bobruysk an dem Fluss Bjaresina entwickelt. Dort war die Biberjagd bis Anfang des 20. Jahrhunderts sehr verbreitet.

Yuliya Krannich lacht. „Dass meine neue Heimat in der Nähe einer Stadt liegt, die genau wie meine alte Heimat den Biber als Wahrzeichen hat, das ist doch wirklich ein Hammer. Als ich zum ersten Mal nach Bebra kam, traute ich meinen Augen nicht. Überall ist der Biber zu sehen. Im Rathaus, auf dem Verkehrskreisel – fast wie zu Hause!“, sagt sie.
Aber nur fast. Denn ihre alte Heimat ist rund 17-mal so groß wie Bebra. Ungefähr 221.000 Menschen leben in der weißrussischen Metropole. Neben dem Biber gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit mit Bebra: Auch Bobruysk gilt als Schmelztiegel der Kulturen. Im Volksmund nannte man die Stadt, die im Laufe ihrer über 600-jährigen Geschichte immer wieder unter andere Herrschaft geraten war, etwas ironisch „die Hauptstadt Israels“, weil dort viele Juden lebten.

Heute ist Bobruysk ein wichtiger Industriestandort und weltweit bekannt als einer der führenden Standorte für die Produktion von LKW-Reifen. Auch die große Lederfabrik der Stadt, die einen Großteil ihrer Produktion nach Europa exportiert, genießt einen ausgezeichneten Ruf, ebenso wie die dortigen Möbelfabriken.

Biber mit Frack und Hut

„Der Biber hat für uns eine andere Bedeutung als in Bebra, jedenfalls soweit ich das beurteilen kann“, sagt Yuliya Krannich. „In Bobruysk ist er überall gegenwärtig und wird meist mit Frack, Weste, Stock und Hut dargestellt. Er gilt dort als Symbol für Geschäftstüchtigkeit und Fleiß. Der Biber ist dort eine Art Sinnbild für den erfolgreichen Geschäftsmann, der es zu etwas gebracht hat.“

Seit zehn Jahren lebt Yuliya Krannich mit ihrem Mann in Kirchheim. Dort betreibt sie erfolgreich die Videoredaktion „TVnews-Hessen“ und liefert regelmäßig Beiträge an TV-Sender, überregionale und auch lokale Medien. Es war die Liebe zu ihrem Mann, die die quirlige Journalistin nach Deutschland geführt hat. Wenn Yuliya Krannich an ihre alte Heimat denkt, wird ihr Blick sehnsuchtsvoll. „Manchmal vermisse ich Bobruysk sehr“, sagt die zierliche Frau mit einem sehnsuchtsvollen Blick und fügt lächelnd hinzu: „Aber wenn das Heimweh zu groß wird, dann kann ich ja jederzeit nach Bebra fahren…“

 

 

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