Beispiel eines Stolpersteins: Die Objekte aus Messing werden in den Boden eingelassen und erinnern an ein Opfer des Nationalsozialismus. (Foto: Karin Richert)

Bebra gedenkt seiner jüdischen Einwohner: Die ersten Stolpersteine werden verlegt

Es wird eine sehr emotionale Angelegenheit: Zur Verlegung der ersten „Stolpersteine“ in Bebra reisen mehrere jüdische Familien aus Tel Aviv an, um der Zeremonie beizuwohnen. Mit der Aktion gedenkt die Stadt ihrer jüdischen Einwohner, die unter der Nazi-Herrschaft im Dritten Reich vertrieben und ermordet wurden.

An zunächst sieben Standorten werden die ersten 24 Stolpersteine verlegt: Apothekenstraße 10, Nürnberger Straße 36, Nürnberger Straße 26, Nürnberger Straße 18, Lindenplatz 8, An der Bebra 1 und Pfarrstraße 21.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bebra hatte auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, die Denkmäler in Form von Pflastersteinen verlegen zu lassen. „Stolpersteine“ ist eine Idee des Künstlers Gunter Demnig. Er hat die bronzenen Steine mit den eingravierten Namen entwickelt, um europaweit das Gedenken an die vertriebenen und ermordeten Juden, Zigeuner, Sinti, Roma, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer wach zu halten und damit vor Gewaltherrschaft und Unrecht zu mahnen.

Vor den Häusern, in denen die Opfer des Naziterrors gewohnt haben, werden die Steine in den Boden eingelassen. Dazu kommt Gunter Demnig selbst nach Bebra.

Im Auftrag des Magistrats kümmert sich die Bürgernitiative „Zukunft für Bebra“ mit ihrem Sprecher Gerhard Schneider-Rose um die Ausrichtung, seitens der Stadtverwaltung ist Uli Rathmann, Fachdienstleiter Generationen, zuständig für das Projekt.

Wer teilnehmen möchte: Auftakt der Aktion mit der Verlegung des ersten Stolpersteins ist am Mittwoch, 10. Juli, um 8.30 Uhr in der Apothekenstraße 10. In dem ehemaligen Haus an dieser Adresse entsteht derzeit das „Haus Nora“.

In dem mittlerweile abgerissenen Vorgängerhaus haben die Familien Levi und Süsskind gewohnt. Deren Nachfahren sowie die Nachfahren der Familie Abraham aus der Nürnberger Straße 18 sind in Bebra zu Gast. Die Veranstaltung endet gegen 11.30 Uhr an der Kreuzung Pfarrstraße / An der Laupfütze, anschließend lädt die Stadt Bebra alle Teilnehmenden zu einem Stehempfang in das Café Mosebergs ein.

Die in Blankenheim aufgewachsene Klarinettistin Kerstin Röhn wird die Zeremonie musikalisch begleiten.

 

 

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