Vor 80 Jahren fand mit der Reichspogromnacht in Bebra der Auftakt zur offensiven Judenverfolgung statt. Die Stadt gedenkt in jedem Jahr der ermordeten und vertriebenen Bebraer Juden. Das Bild zeigt die Gedenktafel, die 1980 vor dem Rathaus angebracht wurde. Zu den Veranstaltungen am 7. November sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Veranstalter ist der Magistrat der Stadt Bebra in Kooperation mit dem Ökumenischen Arbeitskreis, der Brüder-Grimm-Gesamtschule und den Beruflichen Schulen Bebra.

80 Jahre Reichspogromnacht: Gedanken zum 7./9. November 1938

Liebe Bürgerinnen und Bürger Bebras,

vor genau 80 Jahren fanden in Deutschland und auch in Bebra die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung ihren ersten Höhepunkt. Die Vernichtung unzähliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger durch die Nationalsozialisten folgte nur kurze Zeit später. Hier in Bebra wissen wir von 84 Menschenleben, sogar von kleinen Kindern, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden oder später an den Folgen der Inhaftierung starben. Für manche ist das lange her. Für uns aber bleibt die Erinnerung an die wohl schlimmste Zeit in dieser Stadt, in diesem Land, wachzuhalten, als eine Verpflichtung gegenüber diesen Menschen, die sich einst stolz Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt nannten und sich bestens integriert wähnten.

Mahnt am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht gegen das Vergessen: Bürgermeister Uwe Hassl.

Aber nicht nur das „sich erinnern“ als Wertschätzung gegenüber den Ermordeten und deren Familien halte ich für wichtig. Genauso wichtig sollte es für uns sein, jungen Menschen die Auswirkungen von Demokratiemüdigkeit, Intoleranz, Hetzreden und –schriften für unser Gemeinwesen aufzuzeigen.

Die Veranstaltungen am 7. November in Bebra versuchen zu erinnern und sich mit der Vergangenheit und der Gegenwart auseinanderzusetzen und dabei gerade auch junge Leute anzusprechen. Dafür danke ich ganz herzlich all denjenigen, die an der Organisation und Durchführung dieser Veranstaltungen beteiligt waren und hoffe, dass ihre Gedanken und Ideen auf fruchtbaren Boden fallen.

Ihr Bürgermeister
Uwe Hassl

 

Veranstaltungen im Rahmen des Gedenkens an die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung Bebras am 7. November 2018

13.00 Uhr: Gedenken der Novemberpogrome in den Beruflichen Schulen Bebra

Grußworte: Schulleiterin Buchenau und Bürgermeister Hassl
Historische Präsentation durch SchülerInnen des Beruflichen Gymnasiums: „Zeitgenössische Texte, Bilder, Interviews und Musik zum Thema Novemberpogrom 1938 in Bebra“

14.30 Uhr: Gang von den beruflichen Schulen zum jüdischen Friedhof unter Leitung von Pfarrer Möller

17.00 Uhr: Festakt zum Gedenken an die Novemberpogrome an der Gedenktafel vor dem Rathaus

Begrüßung: Bürgermeister Hassl
Schüler der Gesamtschule mit Bürgern legen Rosen nieder
Musikstück und anschließende Textlesung im Sitzungssaal
Gebet (Ökumenischer Arbeitskreis)

19.30 Uhr: Kinofilm „Freedom Writers“ im Jugendzentrum

Von der Gesellschaft aufgegebene Schüler beschäftigen sich mit dem Holocaust und erfahren Hoffnung für ihr eigenes Schicksal.

Anschließendes Gespräch über demokratische Werte und deren Bedeutung in der heutigen Zeit

 

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