Gehen in den wohlverdienten Ruhestand: Axel und Jutta Till schließen das Bebraer Kult-Geschäft „Till am Anger“. Foto: Rick Fröhnert / Kreisanzeiger

Abschied mit Wehmut nach 53 Jahren: Till am Anger hat geschlossen

Bei diesem Abschied ist viel Wehmut dabei: Am 30. Dezember hat das Bebraer Traditionsgeschäft „Till am Anger“ geschlossen. Für immer. Für die Menschen in der Biberstadt gibt es damit einen lieb gewonnenen Anlaufpunkt weniger – und für Kinder hat damit der letzte „echte“ Kiosk, an dem man die Süßigkeiten noch einzeln aus dem großen Behälter kaufen konnte, den Betrieb eingestellt.

Vor 53 Jahren, am 1. Januar 1965, hatte Karl-Heinz Till den beliebten Laden am Anger eröffnet. Zeitschriften, Lotto, Toto, Tabakwaren und Süßwaren für Kinder waren damals wie bis zuletzt im Angebot des Kult-Kiosks. Und immer gab es ein nettes Wort für die Kunden. Als große Besonderheit hatte Till am Anger auch eine Abteilung für Sportwaffen, die sich großer Beliebtheit weit über die Kreisgrenzen hinaus erfreute.

Längst hatten Karl-Heinz‘ Sohn Axel Till und dessen Frau Jutta das Geschäft übernommen. Den Schlusspunkt setzen die beiden nun aus Altersgründen; Nachfolger gibt es keine, und weil der Kiosk gleichzeitig auch das Wohnhaus der beiden frisch gebackenen Rentner ist, wird es auch keinen Nachfolger als Mieter geben.

Sechs Tage in der Woche hatte „Till am Anger“ geöffnet, und täglich kam die Kundschaft, um die Zeitung zu holen, Lotto zu spielen oder Dinge für den täglichen Bedarf zu kaufen. Klar, dass in einem solchen Laden die Beziehung zu den Kunden viel enger ist als in anonymen Kaufhaus-Ketten. „Till am Anger“ war zeit seines Bestehens immer auch ein bisschen Bestandteil vieler Bebraer Familien. Deshalb möchten sich Axel und Jutta Till nochmals ganz herzlich bei den vielen Stammkunden für ihre oft langjährige Treue bedanken: „Es war eine tolle Zeit, die wir hier verbracht haben“, sagen beide. „Wir sind mehr als glücklich für so viele Jahre, in denen wir eine solch wunderbare Kundschaft gehabt haben. Vielen Dank an jeden Einzelnen und alles Gute für Sie alle!“

Im Ruhestand möchten die beiden frisch gebackenen Rentner nun Dinge nachholen, für die während des Berufslebens wenig Zeit geblieben war. Reisen stehen auf der Wunschliste ganz oben – und die Zeit mit der Familie, die manchmal bei der vielen Arbeit  zu kurz gekommen ist. Langweilig wird es Axel und Jutta Till sicher nicht werden. Und könnte es am Ende eines langen Berufslebens ein größeres Kompliment an die beiden leidenschaftlichen Bebraner geben als den Satz, den sie in den vergangenen Wochen am meisten gehört haben: „Wir werden euch sehr vermissen!“

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